Dorus Geschichte

Dorus Start ins Leben war alles andere als einfach. Da sich seine Mutter finanziell nicht in der Lage sah für ihren Sohn zu sorgen, gab sie ihn bereits im Alter von wenigen Wochen in einer Kinderklappe ab. Kurz darauf kam er zu einer sehr netten Pflegefamilie in Santana (Sankt Anna), einer Kleinstadt im Landkreis Arad. Zu seiner Pflegemutter hält Doru auch heute noch engen Kontakt und er besucht sie mehrmals in der Woche. Da der rumänische Staat Pflegefamilien nur bis zur Einschulung der Kinder bezahlt, musste Doru im Alter von sechs Jahren in eines der zwölf Waisenhäuser in Santana wechseln. Er wurde „Casa Josefa“ des deutschen Trägers „Hilfe für rumänische Waisenkinder e. V.“ zugeteilt. Die Einschulung erfolgte entsprechend in der deutschen Grundschule in Santana. Diese Schule ist ein Relikt aus den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als noch mehr als 50% der Bevölkerung von Santana deutschsprachig waren. Heute sind es weniger als 5%, und ohne die Kinder aus den Waisenhäusern wäre eine Weiterführung dieser Schule nicht mehr gesichert.

An Weihnachten kommt Doru immer für 3 Wochen nach Bayern in die Familie Mayer/Stettner. In den Sommerferien sind es jedes Jahr 10 Wochen die er in der Gastfamilie verbringt. Dadurch hat er inzwischen sehr gut Deutsch gelernt.

Doru wünscht sich Sportlehrer zu werden und geht in Santana 3-mal die Woche ins Handballtraining. In zwei Jahren wird mit der achten Klasse die Grundschulzeit für Doru enden. Gute Schüler erhalten dann über den Verein „Hilfe für Rumänische Waisenkinder e.V.“ die Möglichkeit weiter auf ein deutschsprachiges Gymnasium in Arad zu gehen. Die Mehrzahl der Kinder wechselt auf das rumänischsprachige Gymnasium in Santana oder auf eine berufsbildende Schule.

Nach dem Schulabschluss in Rumänien ermöglichen viele der Gastfamilien ihren Zöglingen eine Berufsausbildung in Deutschland. Ein Studium in Rumänien hat bislang erst eines der Kinder aus den Waisenhäusern des Vereins geschafft. Doru träumt davon, der Zweite zu sein.

Vor wenigen Monaten hat Doru auch seine leibliche Mutter durch Zufall wieder gefunden. Ihre wirtschaftliche Situation hat sich in der Zwischenzeit etwas gebessert und er hätte Weihnachten 2018 sogar in der eigenen Familie verbringen können. Zumindest für dieses Jahr hat er sich jedoch nochmal für einen Aufenthalt in Deutschland entschieden.