Marias Geschichte

Maria wurde von ihrer Mutter nach der Geburt in der Klinik zurückgelassen. Dort verbrachte sie die ersten zwei Lebensjahre eingesperrt in den berüchtigten Gitterbetten, die im damaligen Rumänien bittere Realität waren. Bis zu ihrer Einschulung wurde Sie anschließend von einer Pflegemutter betreut, zu der sie noch heute ein sehr gutes Verhältnis pflegt. Mit der Einschulung musste sie dann in ein Waisenhaus umziehen und wurde im Haus Maria von „Hilfe für rumänische Waisenkinder-e.V.“ untergebracht.

Sie lernte im Rahmen der durch den Verein organisierten Deutschlandaufenthalte bei einer niederbayerischen Gastfamilie sehr gut Deutsch und konnte so das Gymnasium „Stefan Hell“ in Santana besuchen. Diese Schule ist nach dem letzten deutschen Nobelpreisträger „Prof. Dr. Stefan Hell“ (Chemie 2014) benannt, der ebenfalls hier zur Schule gegangen war und die Einrichtung heute finanziell unterstützt.

Maria legte an diesem Gymnasium im Sommer 2017 ihr Abitur mit einem sehr guten Notendurchschnitt ab und wurde als eine der besten Abiturientinnen im Landkreis Arad ausgezeichnet. Damit wären für ihr geplantes Wirtschaftsinformatikstudium die in Rumänien üblichen Studiengebühren zwar entfallen, und sie hätte sogar noch ein kleines Stipendium vom Staat bekommen. Doch nicht einmal unter diesen Bedingungen wäre es Maria möglich gewesen ihr Studium zu finanzieren. Da bot ihr ihre deutsche Gastmutter kurzerhand an, ab 2018 ganz zu ihr zu kommen und eine kaufmännische Ausbildung in Deutschland zu beginnen.

Aktuell macht Maria noch ihren Führerschein in Rumänien und kann sich bis zum Beginn Ihrer Ausbildung im Herbst 2018 in Deutschland Dank ihrer guten Deutschkenntnisse in zwei Aushilfsjobs bei deutschen Firmen in Arad und Timisoara finanzieren. Nach ihrer Ausbildung sieht Maria ihre Zukunft dann eher in Rumänien als in Deutschland. Mit einer deutschen Berufsausbildung sind ihre beruflichen Aussichten bei der Vielzahl der deutschen Produktionsunternehmen in Rumänien sicher sehr gut. Marias Geschichte ist eines vieler schöner Beispiele, wie die Gastfamilien-Initiative als Sprungbrett in eine bessere Zukunft dienen kann.